Transliteration und Aussprache

1. Altnordisch, Isländisch, Färöisch

2. Arabisch, Syrisch, Neupersisch

Zur Transliteration wird die wissenschaftliche Umschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft benutzt, zuletzt veröffentlicht in der Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft 114, 1964, 1.

Umschrift Persisch: vormoderne Titel (bis 19. Jh.) mit dem Vokalsystem ā-a-ī-i-ū-u; moderne Titel mit dem Vokalsystem ā-a-i-e-u-o.

Diphthonge:

3. Armenisch

Verwendet wird die Transkription entsprechend RAK. Wie inzwischen auch die Deutschen, haben die Armenier eine Orthographie-Spaltung (bei ihnen durch eine Reform in der Sowjetzeit begründet, die der Rest der Nation in der Diaspora nicht mitgemacht hat). Das kann zu unterschiedlichen Schreibweisen bei der für Armenisch typischen Namensendung »jan« führen, Beispiel:

  • Towmanean (vorsowjetisch bzw. Diaspora)
  • Towmanyan (die in Armenien seit den 1920er Jahren verwendete Schreibweise)

Verwendet wird die »alte« Schreibweise bei Autoren/Werken aus der Zeit vor 1920 bzw. aus der Diaspora.

4. Chinesisch

Für die Transkription des Chinesischen gilt das in der Volksrepublik China erarbeitete Lautschriftsystem »Hanyu Pinyin«, wobei die Tonzeichen weggelassen werden. Im Umlaut unterscheiden sich dabei von der deutschen Aussprache:

Im Auslaut unterscheiden sich dabei von der deutschen Aussprache:

In den acht Silben, die mit einem u (weitere auch mit h+u) beginnen, wird das u nur andeutungsweise und unmittelbar anschließend der folgende Vokal kurz gesprochen:

  • ua (u+a),
  • uo (u+o),
  • uai (u+ai),
  • ui (u+eh),
  • uan (u+an),
  • un (u+n),
  • uang (u+ang),
  • üe (ü+je).

Steht u hinter den Anlautkonsonanten j, q, x, y, wird es ü gesprochen (z.B. jun = djün, yuan = jüan), jedoch nur nach n und l als Umlaut geschrieben.

Zur früher benutzten Wade-Giles-Transkription ergeben sich im Anlaut folgende Unterschiede:

Bei weithin bekannten Orts- und Eigennamen (z.B. Peking) ist die übliche, eingeführte Umschrift beibehalten.

5. Georgisch

Für das Georgische wird die Transliteration entsprechend ISO durchgeführt. Eine Übersicht findet sich unter http://de.wikipedia.org/wiki/Georgisches_Alphabet.

6. Griechisch

6.1 Altgriechisch

Für das Altgriechische und das Griechisch-Byzantinische wird folgende Transliteration verwendet, die sowohl allgemein lesbar ist als auch die Unterschiede Epsilon/Eta und Omikron/Omega genügend berücksichtigen dürfte:

Diphthonge:

Hauchlaut (Spiritus asper): h

In der Lautverbindung Nasal-Velar/Guttural (also gamma-gamma, gamma-kappa, gamma-chi) wird das (erste) gamma als n wiedergegeben (z.B. »synkellos«).

6.2 Neugriechisch

Für das Neugriechische wird die internationale Regel von ELOT angewendet. Eine Übersicht findet sich im Internet unter http://www.informationsverbund.ch/fileadmin/user_upload/dokumente/katalogisierung/kids/kids_francais/kapg3.pdf

7. Hebräisch

7.1 Alt- und Neuhebräisch

Groß-/Kleinschreibung: (Nur) Substantive werden groß geschrieben. Der Artikel wird klein geschrieben und durch Bindestrich vom folgenden Nomen abgetrennt: ha-Bahir; he-Chaluz.

Vokale:

  • Patach und Qamez: a
  • Sere und Segol: e
  • Schewa mobile: e

7.2 Jiddisch

Die hebräische Transliterationstabelle lässt sich für das Jiddische schlecht übernehmen, da es hier einige Besonderheiten gegenüber dem Hebräischen gibt. Einige der hebräischen Konsonantengrapheme stehen im Jiddischen für Vokale; für welchen, variiert je nach Dialekt. Die hebräische Schreibung muss sich bei den Vokalen allein mit einer Punktierung behelfen, so dass eine ganz andere Wertigkeit der Grapheme und (der im Jiddischen viel sparsamer verwendeten) Punktierung entsteht. Daraus ergibt sich, dass jiddische Texte mit standard-hebräischer Umschrift nur sehr schwer lesbar sind und vor allem die Informationen über die Qualität der Vokale nur mühsam und mit einiger philologischer Kenntnis zu erschließen ist. Daher wird folgende Tabelle verwendet, die sich als »deutsche wissenschaftliche Transkription mit standardjiddischer Vokalisierung« charakterisieren lässt.

Die Vorlage stammt aus William B. Lockwood: Lehrbuch der modernen jiddischen Sprache, 1995, wo jedoch in einigen Fällen die amerikanische wissenschaftliche Umschrift (sh, kh, zh, ey, oy usw.) verwendet wird. Für Kindlers Literatur Lexikon wird stattdessen die deutsche wissenschaftliche Schreibung vorgezogen, wobei diese Lösung auch anderen gängigen Transkriptionen näher kommt (š, ch, ž, ej, oj usw.).

Bei eingebürgerten Namen von Autoren (wie z.B. Isaac Bashevis Singer oder Schalom/Sholem Asch usw.) werden allerdings die gebräuchlichen Schreibungen beibehalten. Oft haben die Autoren auch auf Englisch publiziert und der Name ist über diesen Weg in einer bestimmten lateinischen Schreibweise festgelegt, so dass den Lesern in diesen Fällen Probleme beim Auffinden des Autors erspart bleiben, die bei einer strikten Einhaltung der Transkriptionsvorschrift auftreten können.

8. Japanisch

Das benutzte Transkriptionssystem zur Darstellung des Japanischen in lateinischen Buchstaben ist die Umschrift nach dem amerikanischen Missionar James Curtis Hepburn in der traditionellen Form. Sie gibt die Laute des Japanischen so wieder, dass sie von einem Sprecher des Englischen richtig ausgesprochen werden. So wird der Laut, der nach der deutschen Orthografie »schi« zu schreiben wäre, in der Hepburn-Romanisierung als »shi« dargestellt, das deutsche »j« wird durch »y« dargestellt usw. Der Silbenschlussnasal wird in der traditionellen Form dieser Romanisierung, die in Kindlers Literatur Lexikon verwendet wird, entweder als »n« oder als »m« geschrieben, so wie es der tatsächlichen Aussprache entspricht.

9. Koptisch

Die koptischen Zeichen entsprechen weitgehend den griechischen. Die folgenden weiteren Buchstaben stammen aus dem national-ägyptischen Alphabet. Der Lautwert variiert z.T. in den unterschiedlichen Dialekten. Entgegen angloamerikanischer Umschriftkonventionen (Dschandscha: j, Schima: č) wird sich in Kindlers Literatur Lexikon orientiert an Walter C. Till: Koptische Dialektgrammatik. Nachdr. der 2., neu gestalteten Aufl., 1994.

10. Koreanisch

Die koreanischen Namen (und Termini) der älteren Literatur sind gemäß dem System McCune-Reischauer umschrieben (G. Mc Cune/E.O. Reischauer: Romanization of the Korean Language, 1939, 1–55).

Die Umschrift der Namen und Werke der südkoreanischen Gegenwartsautoren folgt dem ausdrücklichen Wunsch der Schriftsteller. Entsprechend basiert die gewählte Umschrift auf den im Jahr 2000 offiziell vom Ministerium für Kultur und Tourismus der Republik Korea erlassenen Transkriptionsregeln. In diesem Kontext ist anzumerken, dass für die Transkription aus dem Koreanischen bzw. die Wiedergabe koreanischer Namen bisher keine Einheitlichkeit erreicht wurde und somit in der Praxis verschiedene Umschriftsysteme nebeneinander existieren.

11. Mandschurisch, Mongolisch

Für die uiguro-mongolische Schriftsprache wird das Romanisierungssystem nach Poppe benutzt (N. Poppe: Grammar of Written Mongolian, 1954, 17), für das Mandschurische Hauer (E. Hauer: Handwörterbuch der Mandschusprache, 1952), für modernes (kyrillisch) geschriebenes Mongolisch das deutsche Bibliothekssystem für kyrillische Lettern (RAK); es beruht auf H.P. Vietze: Lehrbuch der Mongolischen Sprache, 1969, 15–16.

12. Slawische Sprachen

Im Fall kyrillischer Schriften sollten die RAK-Regeln angewendet werden, niedergelegt in den Regeln für die alphabetische Katalogisierung, Bd. 1: Regeln für wissenschaftliche Bibliotheken RAK-WB, 1983, 346–347.

12.1 Russisch

12.2 Polnisch, Tschechisch, Slowakisch, Slowenisch, Kroatisch

12.3 Bulgarisch

13. Südasiatische Sprachen

Die hier angegebenen Hinweise zur Aussprache betreffen nur bedeutende Besonderheiten und sind keineswegs vollständig.

13.1 Einheimische südasiatische Schriften

Außer bei den unter 13.2 »Arabische Schrift« angegebenen Sprachen werden alle in diesem Lexikon erwähnten südasiatischen Sprachen in einheimischen südasiatischen Schriften wiedergegeben. Die hier angegebene Transliteration gilt – wenn nicht anders angegeben – für alle diese einheimischen Schriften.

Vokale einschließlich ṛ:

Vokalzeichen mit einem horizontalen Strich darüber stehen für lange, solche ohne Strich für kurze Vokale. Ausnahmen sind e und o, die grundsätzlich als lang gelten, bis auf Kannada, Malayalam, Singhalesisch, Tamil und Telugu, bei denen in der Schrift auch bei e und o zwischen kurzen (e, o) und langen (ē, ō) Vokalen unterschieden wird, sowie Pali und Prakrit, in denen – ohne Unterscheidung in der Transliteration – e und o vor zwei aufeinanderfolgenden Konsonanten kurz auszusprechen sind, ansonsten lang.

Länge und Kürze ändern nicht die Artikulationsart: Geschlossene Vokale bleiben geschlossen, offene offen; d.h. die im Deutschen übliche verschiedenartige Artikulationsart des sogenannten langen e bzw. o und kurzen e bzw. o ist nicht vorhanden. Unter Beachtung des zu e und o Gesagten ist die in der Schrift angezeigte Vokallänge bzw. -kürze in der Aussprache zu beachten. Im Falle von Assamesisch, Bengalisch und Oriya ist hingegen unabhängig von der angezeigten Länge jeder Vokal meistens kurz auszusprechen, selten – und unabhängig von der angezeigten Länge – lang.

Eine Tilde (∼) über dem Vokalzeichen zeigt an, dass der Vokal nasaliert auszusprechen ist. Bei zwei aufeinander folgenden Vokalzeichen zeigt ein Trema (¨) über dem zweiten Zeichen eine Diärese an: Die Vokale bilden keinen Diphthong, sondern werden getrennt gesprochen.

Die Aussprache der einzelnen Vokale ist in etwa wie im Deutschen. Besonderheiten sind:

  • a – Im Gegensatz zu ā nicht wie das deutsche a, sondern in der Regel dem mittleren Zentralvokal (IPA: ə; vgl. dtsch. »sagen«) nahe, so auch in Diphthongen. In den dravidischen Sprachen (hier Kannada, Malayalam, Tamil und Telugu) kann die Aussprache sich bisweilen auch einem kurzen deutschen a annähern. Im Assamesischen und Bengalischen hat a die Aussprache des o, sowohl offen wie in »oft« als auch geschlossen wie in »Hotel«; am Wortende, in den Diphthongen ai und au sowie in der ersten Silbe eines Wortes mit i- oder u-Laut in der zweiten Silbe ist die Aussprache geschlossen, ansonsten ist sie meistens – jedoch nicht immer – offen. Im Oriya ist die Aussprache eher offen, kann jedoch auch geschlossen sein, etwa in den Diphthongen ai und au. – Ein in der Originalschrift erscheinendes a, das in manchen Sprachen nicht ausgesprochen wird, fällt in der hier verwendeten Transliteration ersatzlos weg.
  • ai – Das i in diesem Diphthong wird am Wortende im Hindi wie ein deutsches j ausgesprochen.
  • e – Hat in manchen Sprachen (z.B. Bengalisch) sowohl eine geschlossene (wie in dtsch. »Zeh«) als auch eine offene (wie in dtsch. »Heft«) Aussprache, die hier nicht angezeigt werden kann.
  • ṛ – Formal zu den Vokalen zählen auch der silbische r-Laut (ṛ) und der silbische l-Laut. Letzterer kommt in diesem Lexikon nicht vor. Die Aussprache von ṛ ist ri, doch im Kannada, Malayalam, Marathi, Oriya, Singhalesischen und Telugu ru; r ist dabei ein Zungespitzen-r. Im Sanskrit und Vedischen ist r ohne einen nachfolgenden Vokal zu sprechen.

Konsonanten:

Verdoppelte Konsonantenzeichen zeigen verdoppelte Aussprache des Konsonanten an, nicht Vokalkürze wie im Deutschen.

Ein nachfolgendes h zeigt in der Regel an, dass der vorangehende Konsonant behaucht ist; dies gilt nicht, wenn h hinter ṃ steht. Bisweilen kann es aber vorkommen, dass ein unbehauchter Konsonant und der volle h-Laut unmittelbar zusammentreffen; in solchen Fällen werden beide ihrer jeweils eigenen Aussprache gemäß ausgesprochen. In der hier verwendeten Transliteration ist es nicht möglich, Fälle von Behauchung und Fälle von selbständiger Aussprache voneinander zu unterscheiden; bis auf wenige Ausnahmen ist die Regel allerdings die Behauchung. Steht kein h, so darf der Konsonant nicht behaucht werden.

Ein Punkt unter einem Konsonantenzeichen zeigt Retroflexlautung an (außer bei ṃ): Die Zungenspitze wird weit zurückgebogen und berührt den hinteren Teil des Gaumens. Das retroflexe r wird durch einen Punkt über dem Buchstaben (ṙ) wiedergegeben. Im Assamesischen sind Retroflex- und Dentallaute zusammengefallen; siehe dazu unten.

Besonderheiten sind:

  • b, d und g – Sie haben niemals die in der deutschen Hochlautung auch mögliche Aussprache p, t bzw. k.
  • c – Etwa wie in engl. »church« oder tschech. »Česká«, im Marathi und Telugu vor Nicht-Vorderzungenvokalen zusätzlich wie das deutsche z, wobei die beiden Aussprachen hier nicht differenziert werden können. Im Assamesischen ist die Aussprache von c und ch wie in dtsch. »Ast«. Im Tamil ist die Aussprache nach ñ wie die des j (siehe unten), bei Verdopplung und bisweilen auch ansonsten wie ch in engl. »church«, sehr häufig wie die Aussprache von s, bisweilen auch wie die von j oder ś. Diese verschiedenen Aussprachen können hier nicht angezeigt werden.
  • d – Siehe zu b, d und g.
  • d, n und t – Dentallaute, keine Alveolarlaute wie im Deutschen; sie werden mit der Zungenspitze an den oberen Schneidezähnen ausgesprochen. Im Assamesischen sind jedoch die Dentallaute und Retroflexlaute zusammengefallen und werden beide als Alveolarlaute realisiert.
  • g – Siehe zu b, d und g.
  • ġ – Halszäpfchen-r (Kehlen-r).
  • ḥ – Schwacher Hauchlaut.
  • ḫ – Wie in dtsch. »Dach«.
  • j – Gesprochen etwa wie in engl. »Germany« oder »just«. Im Marathi und Telugu vor Nicht-Vorderzungenvokalen zusätzlich wie ein ds, mit dentalem d und s wie in dtsch. »sein«; die beiden Aussprachen können hier nicht differenziert werden. Im Assamesischen ist die Aussprache von j und jh in der Regel wie in engl. »zoo« oder dtsch. »sein«.
  • k – Im Tamil werden k, p, ṭ und t zwischen Vokalen und nach Nasallauten meistens wie g, b, ḍ bzw. d ausgesprochen; in Endsilben ist die Aussprache von k oft eher wie die von h.
  • ḻ – Ähnelt der amer. Aussprache von engl. »Sir«: Die Zunge wird etwas zurückgezogen und ausgebreitet; die Seiten – nicht die Spitze – berühren den Gaumen, während so ausgesprochen wird wie bei einem Zungenspitzen-r oder -l.
  • ṃ – Wie in dtsch. »Ring«. In manchen Schriften fakultativ auch für ṅ, ñ, ṇ, n, m und mit deren Aussprache verwendet, und zwar respektive vor k/g, c/j, ṭ/ḍ, t/d, p/b und deren aspirierten Formen. Solche Schreibweisen werden in diesem Werk möglichst vermieden, außer zur Wiedergabe bibliographischer Angaben. Zeigt in manchen Schriften auch einen nasalierten Vokal an.
  • m̆ – Im Singhalesischen die nachfolgendem b entsprechende Halbnasalierung.
  • n – Siehe zu d, n und t.
  • ṅ – Wie in dtsch. »Ring«.
  • ñ – Etwa wie in frz. »cognée«.
  • ṇ – Wird im Assamesischen und Bengalischen wie n ausgesprochen, außer in unmittelbarer Verbindung mit ṭ und ḍ, an deren Aussprache sich die des ṇ angleicht.
  • ṉ – Theoretisch ein alveolares n, doch tatsächlich ist kaum ein Unterschied zu n feststellbar. Die Kombination ṉṟ wird wie ndr ausgesprochen, mit alveolarem d und Zungenspitzen-r.
  • n̆ – Im Singhalesischen die nachfolgendem g, ḍ, d entsprechende Halbnasalierung.
  • p – Siehe k.
  • ph – Behauchtes p, im Assamesischen wie f im Deutschen.
  • q – k mit weit zurückgeführtem hinteren Zungenteil, einen Verschluss mit dem hinteren Gaumen bildend.
  • r – Zungespitzen-r.
  • ṟ – Theoretisch mehr gerollt als r, doch tatsächlich kaum davon zu differenzieren. Die Verbindung ṟ wird tr ausgesprochen, mit alveolarem t. Zu ṉṟ siehe ṉ.
  • s – Wie in dtsch. »Ast«. s, ś und ṣ werden im Assamesischen wie in dtsch. »Dach« ausgesprochen, allerdings nicht so hart, sondern in Richtung h tendierend; im Bengalischen ist die Aussprache dagegen wie in dtsch. »Schiff«. Vor den meisten Konsonanten werden s und ś in beiden Sprachen jedoch wie in dtsch. »Ast« ausgesprochen; zu ṣ siehe unten.
  • ś – Wie in dtsch. »Schiff«, allerdings wie die Aussprache in verschiedenen deutschen Regionen mit verschiedenen Atrikulationsarten. Im Oriya, Singhalesischen und Telugu tendiert die Aussprache stark in Richtung bzw. ist die eines scharfen s wie in dtsch. »Ast«. Zu Assamesisch und Bengalisch siehe s.
  • ṣ – In den modernen Sprachen ist die Aussprache in der Regel wie die des ś, dessen Besonderheiten in verschiedenen Sprachen dabei auch zu beachten sind. In Verbindung mit Retroflexlauten passt ṣ sich jedoch deren Aussprache an. In der Verbindung kṣ ist seine Aussprache retroflex oder wie die des ś, außer im Assamesischen, Bengalischen und Oriya, wo die Verbindung kṣ am Wortanfang kh und ansonsten kkh ausgesprochen wird.
  • t – Siehe zu d, n und t. Zu t und ṭ im Tamil siehe k.
  • v – Wie in dtsch. »Vase«, »warten«, bisweilen auch engl. »water«. Im Assamesischen, Bengalischen und Oriya direkt hinter einem Konsonanten (außer b, m und r) in diesem Werk für b der ursprünglichen Schrift eingesetzt (z.B. dv für db); wird aber nicht selbst ausgesprochen und bewirkt außer am Wortanfang außerdem eine Verdopplung des vorangehenden Lauts (z.B. dv = dd).
  • y – Wie in dtsch. »jetzt». Im Bengalischen und Oriya ist die Aussprache wie in engl. »just« bzw. »Germany«, im Assamesischen wie in engl. »zoo« oder dtsch. »sein«. Verbunden mit einem vorangehenden Konsonanten außer r wird y im Assamesischen und Bengalischen und teilweise im Oriya nicht ausgesprochen, bewirkt außer am Wortanfang jedoch die Verdopplung des vorangehenden Konsonanten.
  • ẏ – Wie in dtsch. »jetzt«.
  • z – Wie in dtsch. »sein«.

13.2 Sprachen mit arabischer Schrift

Einige Sprachen Südasiens werden in mit zusätzlichen Zeichen versehenen Varietäten der arabischen Schrift wiedergegeben; in diesem Werk betrifft das Kaschmiri, Siraiki und Urdu. Auch für Sindhi wird hier nur die arabische Schrift (und keine einheimische südasiatische Schrift) berücksichtigt; dagegen gilt für Pandschabi vorrangig die einheimische südasiatische Schrift, zusätzlich dazu aber auch die arabische Schrift, wenn Werk oder Autor einen speziellen Bezug zu ihr haben.

In südasiatischen Sprachen wird die arabische Schrift gelegentlich etwas anders transliteriert, als es den Gepflogenheiten für Arabisch und Persisch entsprechen würde. Das kann dazu führen, dass je nach wiedergegebener Sprache im gleichen Textabschnitt die arabische Schrift in leicht abweichender Transliteration wiedergegeben wird.

Vokale:

Bei den Vokalzeichen gilt in Bezug auf Wiedergabe und Aussprache das zu den einheimischen Schriften Gesagte, wobei allerdings grundsätzlich ē und ō geschrieben wird (Kurzformen, wie etwa im Kaschmiri, kommen in diesem Werk nicht vor).

Besonderheiten sind:

  • ā – Das in manchen arabischen Wörtern durch y/ī wiedergegebene ā (Alif maqṣūrah) wird durch ạ wiedergegeben.
  • ai – Das zu Hindi Gesagte gilt auch für Urdu.

Konsonanten:

Auch bei den Konsonantenzeichen gilt prinzipiell in Bezug auf Wiedergabe und Aussprache das zu den einheimischen Schriften Gesagte. Das gilt auch für mit diakritischen Zeichen versehene Buchstaben der lateinischen Schrift (z.B. ġ, ḫ usw.).

Die Retroflexlaute werden nicht mit einem Punkt unter dem Buchstaben, sondern durch einen Punkt daneben angezeigt, z.B. d·, n·, t·, ṙ bleibt allerdings gleich. Implosiv- bzw. Rekursivlaute des Sindhi werden durch ein nachgestelltes Apostroph angezeigt (z.B. d·'). Um einen Implosivlaut auszusprechen, wird unmittelbar vor seiner Aussprache der Mund geschlossen und der Kehlkopf nach unten bewegt.

Besonderheiten sind:

  • č – Etwa wie in engl. »church« oder tschech. »Česká«.
  • ǧ – Gesprochen etwa wie in engl. »Germany« oder »just«.
  • ḥ – Nicht identisch mit ḥ der Transliteration einheimischer südasiatischer Schriften. Wird wie h ausgesprochen.
  • n – Passt sich in unmittelbarem Kontakt mit Konsonanten deren Aussprache an. Kann im Wortinnern auch wie ṇ (siehe unten) ausgesprochen werden.
  • ṇ – Kein Retroflexlaut wie in der Transliteration einheimischer südasiatischer Schriften. Zeigt entweder Nasalierung des vorangehenden Vokals an, oder wird wie in dtsch. »Ring« ausgesprochen.
  • š – Entspricht ś der Transliteration südasiatischer Schriften, also wie in dtsch. »Schiff«.
  • ṣ – Kein Retroflexlaut wie in der Transliteration einheimischer südasiatischer Schriften. Wird wie s ausgesprochen.
  • s – Wird wie s ausgesprochen.
  • ṭ – Kein Retroflexlaut wie in der Transliteration einheimischer südasiatischer Schriften. Wird wie t ausgesprochen.
  • w – Wie in dtsch. »Vase«, »warten«, bisweilen auch engl. »water«.
  • ž – Wie in frz. »génie«.
  • ẕ, ẓ, ż – Wie z, d.h. wie in dtsch. »sein«.
  • ʿ – Wird nicht ausgesprochen. Kann zwischen Vokalen als Hiatus realisiert werden.
  • ʾ – Zeigt Hiatus an.

14. Südostasiatische Sprachen

Die Schriftsysteme, in denen die in Kindlers Literatur Lexikon vertretenen Literaturen Südostasiens überliefert sind, lassen sich in vier Gruppen aufteilen: (1) von indischen Prototypen abgeleitete und weiterentwickelte Schriften, (2) Chinesisch, (3) Arabisch und (4) Lateinisch.

Die folgenden Übersichten sind als Hilfe und Erklärung gedacht; sie stellen weder Transliterationssysteme noch Lautsysteme in ihrer Gesamtheit dar.

14.1 Von indischen Prototypen abgeleitete und weiterentwickelte Schriften

Die am weitestverbreiteten Schriftsysteme gehören zur ersten Gruppe: Einen südindischen Typ adaptierte das Mon im 6. Jh. im Westen des Kontinentes, auf dessen Basis sich später die Schriften Burmas, einschließlich des Birmanischen, des Shan, des Ahom sowie des Nord-Thai (Lanna) entwickelten sowie etwa zeitgleich im Osten das Khmer, auf dessen Grundlage sich das Thai, Lao und eine Anzahl anderer Regionalschriften ableiteten.

Analog vollzog sich die Entwicklung im maritimen Südostasien für Javanisch und das Alt-Malaiische der vorislamischen Zeit.

Vor diesem sprachgeschichtlichen Hintergrund erschien es deshalb geboten, bei den Sprachen, die auf der Basis indischer Prototypen verschriftet wurden, soweit wie möglich einem einheitlichen Transliterierungsschema zu folgen: »ISO 15919:2001 Information and Documentation – Transliteration of Devanagari and related Indic scripts into Latin characters« mit entsprechenden Ergänzungen für Sonderzeichen in den Schriften Südostasiens.

14.1.1 Mon

Die vielfältigsten Lautverschiebungen einer südostasiatischen Sprache haben sich im Laufe einer 14 Jahrhunderte währenden, kontinuierlichen Schrifttradition im Mon vollzogen. Aus diesem Grund und wegen der heutigen Diversität und Anzahl an Dialekten wird auf eine Aussprachehilfe verzichtet. Die Transliteration entspricht im Prinzip – vom Vokalismus und der Verschmelzung von stimmhaften und stimmlosen Verschlusslauten als Anlaut abgesehen – der Aussprache des späten Mittel-Mon des ausgehenden 16. bis beginnenden 18. Jh.s, das die Grundlage der heutigen Schriftsprache bildet.

14.1.2 Birmanisch

Auf der Basis des Mon im 12. Jh. verschriftet, vollzogen sich auch im Birmanischen später Lautverschiebungen, die u.a. im modernen Birmanischen bei den Auslauten zu einer Verschmelzung führten: bei den Verschlusslauten -k, -t, -p zu /ʔ/, bei den Nasalen /-ŋ, -ɲ, -n, -m/ (geschrieben und transliteriert -ṅ, -ñ, -n, -m) zu einem Verlust, der durch die Nasalisierung des vorhergehenden Vokals kompensiert wurde. Bei den Anlauten gelten seit dem Alt-Birmanischen für das moderne folgende Veränderungen: c- > s-, ch- > sh-, j- > z-, r- > y- [für den zentralen Standard Dialekt], s- > θ-. Aspiriert-stimmhafte Verschlusslaute verlieren im modernen Birmanischen ihre Aspiration. Für komplexe Anlaute gelten andere Regeln.

Das moderne Birmanisch verfügt über einen für Südostasien minimalen Vokalismus, die Monophthonge: /i, u, e, ɛ, o, ɔ, a, ə/, die Diphthonge /eɪ, oʊ, aɪ, aʊ/.

Je nach Umgebung werden drei bis vier Tonregister unterschieden.

Zu Aussprache und Transkriptionsystemen sei verwiesen auf J. Okell: A Guide to the Romanization of Burmese, 1971.

14.1.3 Khmer

Zu Ausspracheregeln des Khmer sei der Leser verwiesen auf die Einführung in J.M. Jacob: A Concise Cambodian-English Dictionary, 1974, xi–xxviii. Die Lautgeschichte des Khmer ist zu komplex, als dass hier eine Synopsis von Ausspracheregeln gegeben werden könnte. Generell gilt, dass das Mittel-Khmer des 17. Jh.s die Grundlage für die Orthographie des modernen Khmer bildet.

14.1.4 Thai

Seit der Verschriftung des Thai im 13./14. Jh. – in der zentralen Ebene und im Süden des Landes auf der Basis des Khmer, im Norden auf der Basis des Mon – vollzog sich dann im 16. Jh. eine fundamentale Lautverschiebung, die u.a. dazu führte, dass eine vormalige Unterscheidung zwischen stimmhaften und stimmlosen Anlautkonsonanten kollabierte bzw. verschmolz. Dies hatte eine Verdoppelung eines ehemals 3-Ton Systems zu einem 6-Ton System zur Folge (im heutigen Bangkok Thai 5 Töne, siehe unten). Dialekte differieren heute, neben Vokabular und Syntax, auch in ihren Tonsystemen.

Konsonanten:

Vokale:

Töne:

Das zeitgenössische Standard-Thai (›Bangkok Thai‹), das auf dem Dialekt der Zentral-Ebene des Chaophraya Flusses basiert, verfügt über fünf Töne:

Diese Töne werden nicht direkt 1:1 mit Zeichen notiert, sondern ergeben sich aus einer Kombination von Auslaut (Verschlusslaute [-k, -t, -p, -ʔ] im Gegensatz zu offenen Silben oder nasalen Auslauten [-ŋ, -n, -m], Halbvokalen und geschriebenen Liquiden [in Lehnwörtern]), Anlautklasse (vormals stimmhaft oder stimmlos), Vokallänge und Tonzeichen.

Folgende Tonzeichen in nativen Wörtern, seit dem 14. Jh. attestiert, werden hier transliteriert:

14.1.5 Lao

Lao, obwohl heute Nationalsprache Laos', ist sprachhistorisch gesehen lediglich ein Dialekt des Thai. Tonsysteme und Konsonanten des modernen Lao weichen von den hier für Thai gemachten Bemerkungen ab, die Veränderungen im Lautsystem gehen auf die Lautverschiebungen des Thai im 16. Jh. zurück.

14.2 Vom Chinesischen abgeleitete Schriften

Das traditionelle vietnamesische Schrifttum, das in chinesischer Schrift mit entsprechenden späteren Modifikationen (»Chữ Nôm«) überliefert wurde, wird hier in moderner vietnamesischer Orthographie (»Chữ Quổc Ngữ«) gemäß moderner Editionen wiedergegeben.

14.3 Arabisch

Arabisch in Artikeln zu klassisch-malaiischen Texten folgt den entsprechenden Transliterierungskonventionen des Arabischen in Kindlers Literatur Lexikon.

14.4 Sprachen mit lateinischen Schriftzeichen

Für Indonesisch, das moderne Malaiische sowie das moderne Vietnamesische wurde das lateinische Alphabet adaptiert. Die Einträge erfolgen gemäß der Orthographie der Erst- oder Standardausgaben.

14.4.1 Indonesisch und modernes Malaiisch

14.4.2 Vietnamesisch

Die Grundlagen der heutigen vietnamesischen Schrift (»Quốc Ngữ«) wurden von portugiesischen Jesuiten im 17. Jh. erarbeitet und von Alexandre de Rhodes (1591–1660) in einem Wörterbuch von 1651 umgesetzt und kodifiziert. Das moderne Schriftsystem reflektiert somit das Lautsystem des Mittel-Vietnamesischen, wie es mithilfe der portugiesischen Orthographie des 17. Jh.s phonetisch transkribiert wurde. Die Divergenzen, wie sie u.a. heute die Dialekte des Südens und des Nordens aufweisen, gehen auf einen späteren Lautwandel zurück. Der Leser sei verwiesen auf R. Jacques: Portuguese Pioneers of Vietnamese Linguistics / Pionniers portugais de la linguistique vietnamienne jusqu'en 1650, 2002, sowie K.J. Gregerson: A Study of Middle Vietnamese Phonology, in: Bulletin de la Société des Études Indochinoises 44 (1969), 2, 135–193.

Konsonanten:

Vokale:

Töne:

15. Tibetisch

Als Transliterationssystem wird das System von T. Wylie übernommen. Dieses System hat heute weltweit die größte Akzeptanz. Außerdem hat es den großen Vorteil, gänzlich ohne Sonderzeichen auszukommen.

16. Türksprachen

Nachdem im Gefolge des Zusammenbruchs der Sowjetunion die meisten ehemaligen türksprachigen Teilrepubliken ihre Unabhängigkeit erklärt hatten, kam es in einigen von ihnen zur Ersetzung der seit den 1930er Jahren gängigen (erweiterten) kyrillischen durch lateinschriftbasierte Alphabete. Diese orientieren sich häufig am Lateinalphabet der modernen Türkei, das durch die Schriftreform von 1928 das dort zuvor gebräuchliche arabische Alphabet abgelöst hatte. Wo wie im Falle des Neutürkischen, Aserbaidschanischen oder Usbekischen inzwischen lateinschriftbasierte Alphabete benutzt werden, wurden diese mitsamt der entsprechenden Orthographie auch für Kindlers Literatur Lexikon übernommen (und z.T. auch für zunächst in kyrillischer Schrift gedruckte Texte verwendet).

Kyrillica: Wo keine Umstellung auf Lateinschrift erfolgt ist und nach wie vor ausschließlich ein (erweitertes) kyrillisches Alphabet benutzt wird, orientiert sich die Transliteration grundsätzlich an der in der deutschsprachigen Slawistik üblichen Umschrift, gleicht diese jedoch für den kyrillischen Konsonanten х (dunkles ch) sowie für einige Vokale der in den lateinschriftlichen Alphabeten gängigen Praxis an: So werden х mit ḫ (statt ch), anlautendes e mit ye und entsprechend auch ю, я, ё mit yu, ya, yo (statt ju, ja, jo), э (im Anlaut) einfach mit e (statt ė) und ы mit ï transliteriert; kyrillisches й wird im türksprachigen Kontext mit y (nicht wie für Russica mit j) wiedergegeben.

Osmanisch: Die Umschrift folgt, wie in der heutigen Osmanistik allgemein üblich, den Gepflogenheiten der İslam Ansiklopedisi, also der türkischen Ausgabe der »Enzyklopädie des Islams« (İslâm Ansiklopedisi, 15 Bde, 1940–1988, mehrere Nachdrucke), die sich an die Orthographie des Neutürkischen nach der Schriftreform anlehnt. Vokallängen werden nur bei Wörtern arabischen Ursprungs wiedergegeben. Bei Wörtern persischen Ursprungs sind die beiden persischen Phoneme a (hell) und ā (dunkel) unterschieden.

Bei anderen türksprachigen Texten in arabischer Schrift (d.h. solchen, die vor der Umstellung auf ein kyrillisches Alphabet publiziert wurden) wird nach den Konventionen der Philologiae Turcicae Fundamenta, Bd. 1 [Türkische Sprachen], Hg. Jean Deny u.a., 1959, transkribiert. Die Vokale sind gemäß ihrer (vermuteten) Lautung als a ä e ï i o ö u ü wiedergegeben.

Die folgende Übersicht über die verwendeten lateinschriftlichen Zeichen sowie deren Aussprache berücksichtigt nur die Fälle, die im Deutschen nicht vorkommen oder von der deutschen Aussprache abweichen: