Hinweise für die Benutzung

1. Allgemeines

Kindlers Literatur Lexikon ist ein Lexikon der Werke der Weltliteratur von den Anfängen bis zur Gegenwart. Um alle Informationen ausschöpfen zu können, die dieses Lexikon bietet, empfehlen wir die Lektüre dieser Hinweise und weisen schon hier auf die besondere Bedeutung des Autoren- und Titelregisters für die Erschließung der ca. 14 000 Artikel hin.

1.1 Anordnung der Artikel

Das Ordnungsprinzip des Lexikons ist das Alphabet der Autorennamen. Die Artikel zu den Werken erscheinen unter dem Namen des jeweiligen Autors.

Biogramm: An erster Stelle steht eine kurze biographische Notiz zum Autor.

Werkgruppenartikel, die zusammengehörige Werke eines Autors darstellen, folgen in der Regel auf das Biogramm.

Werkartikel stellen Einzelwerke des jeweiligen Autors vor; diese Werkartikel sind nach der Chronologie der Erscheinungsjahre angeordnet; in problematischen Editionsfällen (wenn ein Werk sehr viel später erschienen ist, als es geschrieben wurde) auch nach den Entstehungsdaten. Bei umfangreicheren Gesamtwerken, etwa bei Goethe, Brecht oder Kafka, spiegelt die Anordnung der Artikel die Genese des Werks bzw. eine komplizierte Editionslage.

Artikel zu Werken, deren Autoren unbekannt sind, sowie motiv- oder stoffgeschichtliche Sammelartikel (z.B. Alexanderroman oder Totentanz) sind alphabetisch eingereiht.

Der Name eines Autors erscheint im Allgemeinen in der für die jeweilige Nationalliteratur üblichen Form und gemäß den verabredeten Transliterationsregeln (siehe Transliteration und Aussprache). Wenn ein Autor unter einem anderen Namen bekannter ist, wurde dieser bevorzugt, während der eigentliche Name im Register steht (z.B. findet sich der ›korrekte‹ Name des Philosophen Mose ben Maimon nur im Autorenregister, während er in der alphabetischen Folge der Autoren unter seinem geläufigen Namen Maimonides eingeordnet ist). Alle Namensvarianten lassen sich im Register auffinden (z.B. Comenius/Komenský; Cvetaeva/Zwetajewa; Iustinus/Justin). Entsprechendes gilt auch für unterschiedliche Schreibweisen von Titeln (z.B. Koran/[al]Qur'an).

Buchstaben mit diakritischen Zeichen werden so sortiert, wie es dem Grundzeichen entspricht (also etwa ä wie a, ö wie o, ü wie u). Einige Sonderzeichen werden für die Sortierung folgendermaßen aufgelöst: æ = ae; ð = dh; œ = oe; ß = ss; þ = th.

1.2 Zur alphabetischen Reihenfolge der Autoren

Der Namensteil, an dem sich die alphabetische Einordnung orientiert (z.B. bei europäischen Namen der Nachname, bei mittelalterlichen Autoren der Vorname, bei asiatischen Namen meist der erstgenannte Namensteil), ist im Druck hervorgehoben. So steht z.B. der arabische Name Amr Ibn Bahr Al-Gahiz unter G, der chinesische Name Mao Zedong unter M.

Die Autoren aus dem Bereich der antiken römischen Literatur erscheinen unter ihrem im deutschen Sprachraum gängigen Namen, auch wenn es sich dabei nur um das Cognomen, den im Lateinischen üblichen Beinamen, handelt (Marcus Tullius Cicero also unter Cicero oder Publius Vergilius Maro unter Vergil). Die vollständigen Namen finden sich im Register und auch zu Beginn des Biogramms.

Bei den in den spanischen und lateinamerikanischen Literaturen häufig vorkommenden Doppelnamen ist in der Regel der erste Teil des Familiennamens für die alphabetische Einordnung maßgebend (z.B. Gabriel García Márquez); bei Namen aus den portugiesischen und brasilianischen Literaturen dagegen der letzte Teil (z.B. Carlos Drummond de Andrade).

Die Ansetzung afrikanischer Autorennamen folgt bis auf einige individuelle Ausnahmen dem europäischen Muster.

Für japanische und chinesische Autoren ist in der Regel der erste Namensteil maßgeblich. In Indonesien sind viele Autoren unter ihrem (europäisch-)konventionellen Namen bekannt (Beispiel: Pramoedya Ananta Toer). In Thailand, Vietnam und Burma gibt es unterschiedliche Gepflogenheiten: In Thailand und Laos besteht der Name seit Beginn des 20. Jh.s aus Vor- und Familiennamen – diese Konvention wurde von Europa übernommen. So ist der Dichter Angkarn Kalyanapong bekannt als Angkarn und nicht als Kalyanapong. Diese Usancen wurden respektiert, bzw. entsprechende Querverweise in das Autorenregister aufgenommen. Vietnamesische Namen werden wie chinesische oder japanische behandelt; so findet sich Nguyễn Du (Nguyễn ist der Familienname, Du der ›eigentliche‹ Name) unter N (mit Verweis im Register). In Burma gibt es das Namens-Präfix »U« (Anrede für »Herr«), das bei der Namensansetzung unberücksichtigt bleibt (U Ponya findet sich also unter P). Das Register listet die Namen auch unter U auf.

1.3 Einordnung anonym erschienener Werke

Anonyme Werke finden sich unter ihrem Originaltitel (in Einzelfällen wie Tausendundeine Nacht unter ihrem geläufigen Titel), wobei bestimmte und unbestimmte Artikel am Anfang von Werktiteln bei der alphabetischen Einordnung unberücksichtigt bleiben (z.B. Il novellino). Für eine Übersicht über diese bestimmten und unbestimmten Artikel in den einzelnen Sprachen siehe Bestimmte und unbestimmte Artikel. Pronomina und Präpositionen gelten als Ordnungswörter; so findet sich z.B. der Artikel über das anonyme Werk De vetula unter D.

1.4 Kalendersysteme

Diesem Lexikon liegt in der Regel die von Papst Gregor III. am 4./15. Oktober 1582 eingeführte Zeitrechnung zugrunde, da sie heute international am weitesten verbreitet ist. Der ältere, von dem ägyptischen Astronom Sosigenes erstellte und von Julius Caesar eingeführte sowie nach ihm benannte julianische Kalender wurde in einigen Ländern noch bis Anfang des 20. Jh.s verwendet, im Russischen Reich bis 1918. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich aufgrund unterschiedlicher Schaltjahrsberechnungen die Diskrepanz zwischen beiden Kalendersystemen von ursprünglich elf auf dreizehn Tage erhöht. Im Osmanischen Reich bzw. in der Türkei galt bis 1926 offiziell der islamische Kalender (Mondkalender); die christlichen Bürger des Osmanischen Reiches verwendeten jedoch in der Tradition des byzantinischen Reiches den julianischen Kalender.

In den seltenen Fällen, in denen die Zuordnung biographischer Daten bei Autoren, die vor 1918 im Russischen Reich bzw. vor 1926 im Osmanischen Reich lebten und starben, zum julianischen oder gregorianischen Kalendersystem nicht genau zu ermitteln ist, wurden die in den jeweiligen Philologien eingebürgerten Daten übernommen, auch wenn sie sich möglicherweise auf den julianischen Kalender beziehen.

1.5 Rechtschreibung

Kindlers Literatur Lexikon folgt den Regeln der neuen Rechtschreibung. Wo es Wahlmöglichkeiten für Schreibweisen gibt, bleibt es bei den von den Verfassern gewählten Varianten. Zitate aus Texten, die vor der Rechtschreibreform verfasst wurden, wurden nicht angepasst.

2. Zu den Artikeln und ihrem Aufbau

Zu unterscheiden sind Artikel über Werke, die von namentlich bekannten Autoren verfasst wurden, Artikel über anonyme Werke und Sammelartikel z.B. zu Stoffen der Weltliteratur.

Werden in den Artikeln Titel selbständig erschienener Werke genannt, so stehen sie in kursiver Schrift (auch Titel von Zeitschriften). Titel unselbständig erschienener Veröffentlichungen stehen in doppelten Anführungszeichen; dasselbe gilt für Einzeltexte (z.B. Gedichte, Kurzgeschichten), die in Sammelbänden erschienen sind. Sind Titel (in Klammern) nicht kursiv gesetzt, so handelt es sich um die Hilfsübersetzung eines fremdsprachigen Titels, von dem keine deutschsprachige Übersetzung erschienen ist.

Zitate sind durch doppelte Anführungsstriche gekennzeichnet. Allerdings wird nur sparsam zitiert: aus dem besprochenen Werk ohne Seitennachweis, aus der Sekundärliteratur mit kurzem Hinweis auf die Quelle, die am Ende des Artikels angegeben ist. Wurden Zitate gegenüber dem Original leicht verändert, um ihre grammatische Struktur dem Text anzupassen, so ist das nicht durch eckige Klammern deutlich gemacht. Übersetzungen von fremdsprachigen Zitaten stammen vom Verfasser des Artikels, sofern keine andere Quelle genannt ist.

Alle in einem Artikel erwähnten Autoren oder anonym erschienenen Werke, die mit einem eigenen Eintrag in Kindlers Literatur Lexikon verzeichnet sind, sind zumindest bei der ersten Erwähnung durch einen Verweispfeil gekennzeichnet.

Angaben zur Sekundärliteratur wurden nur sehr sparsam aufgenommen. Bevorzugt wurden aktuelle Monographien, über die sich weitere Sekundärliteratur leicht erschließen lässt. Alle Literaturangaben werden chronologisch aufsteigend aufgeführt, d.h. das Neueste steht am Schluss. In erster Linie wurde deutschsprachige Sekundärliteratur berücksichtigt; daneben finden sich auch englischsprachige Titel oder solche in der Werksprache.

2.1 Artikel über Werke von namentlich bekannten Autoren

2.1.1 Biogramm

Das Biogramm informiert über die Lebensdaten und wichtige Lebensstationen des Autors/der Autorin und gibt einen Kurzüberblick über das Gesamtwerk sowie dessen literatur- und kulturgeschichtliche Einordnung. Die besondere Leistung des Autors/der Autorin bzw. das Innovative des Werks wird knapp umrissen. An Preisen und Auszeichnungen werden generell nur die Nobelpreise vermerkt.

Geburts- und Sterbeorte

Die Bestimmung der Geburts- und Sterbeorte ist in manchen Fällen problematisch und war in seltenen Fällen gar nicht möglich. Generell gilt die folgende Regel: Vor der Klammer genannte Orte und Regionen nennen die historischen Namen zu der Zeit, da der betreffende Autor geboren wurde bzw. gestorben ist. In der Klammer stehen der aktuelle Name des Ortes (nur bei Veränderung des aktuellen Namens gegenüber dem historischen Namen) und der aktuelle Name des Landes. Ein zusätzlich in der Klammer genannter Ort oder eine dort genannte Provinz, Region usw. soll die Auffindung des historischen Ortes erleichtern. – Faustregel: Vor der Klammer wird der historische, in der Klammer der gegenwärtige Ortsname genannt [z.B. Lemberg/Galizien (Lwiw, Ukraine); Konstantinopel (Istanbul, Türkei). Batavia, Niederländisch Ost-Indien (Jakarta, Indonesien); vermutlich Aphrodisias (bei Geyre, Türkei)]. Im Übrigen richtet sich die Schreibung der häufig vorkommenden Ortsnamen nach der in Deutschland üblichen Praxis (z.B. Warschau statt Warszawa). Bei unbekannten Orten steht möglichst eine bekanntere Region, z.B. Kirkcaldy/Schottland (Großbritannien). Wird nur ein Land oder eine Region genannt, z.B. Frankreich, Japan, Südasien, Nordchina, ist dies die heute geltende nationale oder regionale Bezeichnung.

Namensvarianten und Pseudonyme

Pseudonyme oder andere Namensvarianten sind dem Text des Biogramms in Klammern vorangestellt: Bei dem armenischen Schriftsteller Parowyr Sevak beispielsweise werden die Namensvariante Parujr Sewak und sein eigentlicher Name Parowyr Gazaryan genannt.

Folgende Namensvarianten werden auf diese Weise angegeben:

  • der sogenannte »eigentliche Name« (Taufname), falls der Autor unter einem Pseudonym bekannt geworden ist; dem Namen geht dann »d.i.« (das ist) voraus (z.B. Angelus Silesius, d.i. Johannes Scheffler),
  • anderssprachige Namen, falls der Autor in anderen Literaturen rezipiert wurde (z.B. Comenius, d.i. Jan Amos Komenský),
  • Pseudonyme werden gekennzeichnet durch »Ps.« (z.B. Kurt Tucholsky, Ps. Peter Panther, Theobald Tiger, Ignaz Wrobel, Kaspar Hauser),
  • andere gebräuchliche Schreibweisen (z.B. Yakob Paronean, auch: Hagop Baronjan),
  • Geburtsnamen verheirateter Autorinnen, wenn sie auch unter diesem Namen publiziert haben (z.B. Rahel Varnhagen von Ense, auch: Rahel Levin).
Literaturangaben
  • Ausgaben: Genannt werden umfassende, möglichst aktuelle (zitierfähige) Gesamt- oder Werkausgaben, eventuell auch Ausgaben von Werkgruppen (Gesammelte Gedichte, Gesammelte Stücke etc.).
  • Übersetzungen: Bei fremdsprachigen Autoren wird, falls vorhanden, zusätzlich eine umfassende Werkausgabe in deutscher Übersetzung genannt.
  • Literatur: Beim Biogramm wird nur Sekundärliteratur genannt, die sich auf die Person und das Gesamtwerk des Autors bezieht (Biographien; wichtige aktuelle Monographien, Lexika oder Handbücher; Personalbibliographie); falls keine Buchpublikationen vorliegen, werden zentrale Zeitschriftenaufsätze angeführt.

2.1.2 Werkartikel

Die Werkartikel informieren über Entstehungsgeschichte und Inhalt eines einzelnen Werks, geben Hinweise zur Interpretation sowie zur Wirkungsgeschichte und ordnen es in den jeweiligen geistes- bzw. literaturgeschichtlichen Zusammenhang ein. Gegebenenfalls werden auch knappe Hinweise auf bedeutende Dramatisierungen, Verfilmungen und Vertonungen gegeben.

Zum Aufbau des Werkartikels

Auf den Werktitel (gegebenenfalls mit Untertitel) in der Originalsprache folgt ein Klammereintrag, der über die Sprache informiert, in der das Werk verfasst bzw. erstmals veröffentlicht wurde, unabhängig von der Muttersprache des Autors (so erscheint z.B. Der bittere Lorbeer von Stephan Heym unter dem Titel The Crusaders oder Robert Neumanns Die Kinder von Wien unter Children of Vienna, dem Titel der Erstveröffentlichung). Sollte ein Werk in mehreren Sprachen verfasst sein, so werden alle diese Sprachen genannt. Für eine Zusammenstellung aller Werksprachen und ihrer Abkürzungen siehe Sprachen und ihre Abkürzungen.

Ist das Werk ins Deutsche übersetzt, folgen der Titel einer gängigen Übersetzung in kursiver Schrift, deren Erscheinungsjahr und der Name des Übersetzers. Wurde das Werk nicht ins Deutsche übersetzt, findet sich in der Klammer eine wörtliche Übertragung des Titels ohne Hervorhebung.

Bei Werken aus der Zeit vor Gutenberg sind die Erscheinungsdaten einer Übersetzung nicht am Anfang des Artikels in Klammern genannt; in diesen Fällen werden in den Literaturangaben am Ende des Artikels eventuell mehrere Übersetzungen aus späterer Zeit angeführt.

Der Anfang des eigentlichen Artikeltextes informiert über die Gattung des Werkes und das Erscheinungsjahr der Erstausgabe. Das Erscheinungsjahr bezieht sich, auch bei Theaterstücken, prinzipiell auf das Erscheinungsdatum einer gedruckten Ausgabe. Bei Theaterstücken werden zusätzlich Datum und Ort der Uraufführung genannt, sofern sie sich ermitteln ließen. Ist ein Werk vorab in einer Zeitschrift veröffentlicht worden, so finden sich Einzelheiten hierzu ebenfalls im einleitenden Absatz.

Zahlreiche Werke aus vorantiker, antiker und spätantiker Zeit lassen sich nicht präzise datieren; die Schwankungsbreite beträgt nicht selten mehrere Jahrhunderte. Diese Problematik wird am Artikelanfang thematisiert.

Literaturangaben
  • Ausgaben: Da die Erstausgabe am Anfang des Textes ausgewiesen wird, findet sich hier nur dann eine Angabe, wenn keine gedruckte Erstausgabe vorliegt, z.B. bei antiken Werken. Gelegentlich wird an dieser Stelle auf eine zweite, z.B. eine zweisprachige Ausgabe, hingewiesen.
  • Übersetzungen: Da eine Übersetzung am Anfang des Textes genannt ist, findet sich hier nur dann eine Angabe, wenn, wie bei antiken Werken, keine gedruckte Erstausgabe des Originals existiert. Gelegentlich wird an dieser Stelle auf weitere, auch auf wichtige englische oder französische Übersetzungen hingewiesen.
  • Literatur: Genannt werden wichtige, aktuelle und erreichbare monographische Arbeiten zum Werk (möglichst deutschsprachig, aber auch englisch oder in der Originalsprache). Falls keine Buchpublikationen vorliegen, finden sich hier zentrale Zeitschriftenaufsätze, aber keine Rezensionen.

2.1.3 Werkgruppenartikel

Werkgruppenartikel bieten einen Überblick über Werke eines Autors, die einer Gattung oder auch einem Zyklus angehören. Beispiele für diesen Artikeltypus sind »Das lyrische Werk«, »Das erzählerische Werk«, »Das dramatische Werk«, »Das essayistische Werk«, »Ästhetische Schriften« oder »Politische Schriften«. In Werkgruppenartikeln können aber auch literarische Zyklen (auch Trilogien, Tetralogien etc.) übergreifend beschrieben werden.

Zum Aufbau des Werkgruppenartikels

Auf den Titel folgt in Klammern die Werksprache (eventuell auch mehrere; siehe Sprachen und ihre Abkürzungen). Am Anfang des Artikels wird der Entstehungszeitraum erwähnt.

Die einleitenden Absätze bieten knappe Informationen zum Entstehungskontext bzw. zur Entstehungsgeschichte der Werkgruppe. Der Hauptteil des Artikels informiert über den Inhalt und über Deutungsansätze der einzelnen Werke, die in chronologischer Folge vorgestellt werden. Die Artikel bieten eine kultur- und literaturgeschichtliche Einordnung und benennen das Besondere und Innovative dieser Werkgruppe. Alle besprochenen Werke werden im Text mit ihrem Erscheinungsjahr nachgewiesen. Gibt es Übersetzungen von fremdsprachigen Werken, findet sich deren Titel nach dem Originaltitel (mit Erscheinungsjahr und Name des Übersetzers); Beispiel: »[...] der den ersten Roman The Mysterious Affair at Styles, 1920 (Das fehlende Glied in der Kette, 2005, N. Schindler) veröffentlichte [...]«. Liegt keine deutsche Übersetzung vor, wird eine freie Übertragung des Titels angeboten; Beispiel: »Ihre letzte Gedichtsammlung, erschienen 2004, trägt den Titel Maiṃtainūṃpher milāṃgī (Ich werde dich wiedersehen)«.

Literaturangaben
  • Ausgaben: Während die Angaben zu einzelnen besprochenen Werken im Text zu finden sind, ist eine Gesamtausgabe der Werkgruppe unter dem Artikel angegeben (z.B. Complete Poetry zum Artikel »Das lyrische Werk«).
  • Übersetzungen: Entsprechend werden hier übersetzte Gesamtausgaben von Werkgruppen genannt (etwa Gesammelte Gedichte im Artikel »Das lyrische Werk«), die Übersetzung einzelner Werke jedoch im Text.
  • Literatur: Die weiterführende Literatur konzentriert sich auf zentrale, aktuelle und erreichbare Monographien zur Werkgruppe, möglichst deutschsprachig, aber auch in Englisch oder in der Originalsprache. Falls keine Buchpublikationen vorliegen, finden sich eventuell zentrale Zeitschriftenaufsätze, jedoch keine Rezensionen zu einzelnen Werken.

2.2 Artikel über anonym erschienene Werke

Auf den Titel des anonymen Werkes folgen in Klammern die Angabe der Werksprache sowie gegebenenfalls der Titel einer deutschen Übersetzung oder eine Übertragung des Titels.

Die Artikel informieren über die Überlieferungsgeschichte, den Inhalt und über die Rezeption des Werkes. Die formale Anlage der Anonyma-Artikel entspricht der eines Werkartikels.

2.3 Sammelartikel

In diesen Artikeln werden sachlich zusammengehörende Werke besprochen, die von verschiedenen Autoren stammen und/oder anonym überliefert worden sind. Die Gemeinsamkeiten dieser Werke können sehr unterschiedlicher Art sein: So werden wichtige kleinere Literaturgattungen anhand von Einzelwerken exemplarisch erläutert (z.B. Comics oder die armenischen Hayrenner), die Schriftwerke einer antiken Kultur übergreifend beschrieben (z.B. Akkadische Literatur), thematisch verwandte Werke in ihrem Zusammenhang erfasst (z.B. Tantrische buddhistische Literatur) oder Stoffe der Weltliteratur behandelt, die über Jahrhunderte hinweg in verschiedenen Kulturräumen rezipiert und weiter bearbeitet worden sind (z.B. Tristanromane).

Bei Werken, die sich über mehrere Kulturräume erstrecken, werden am Beginn des Artikels die wichtigsten Werksprachen aufgeführt (siehe Sprachen und ihre Abkürzungen). Eine Besonderheit bei vielen Sammelartikeln ist die Aufteilung in einzelne Abschnitte, wenn der Stoff in verschiedenen Sprachen bearbeitet wurde. Haben mehrere Verfasser Anteil an einem Artikel (z.B. wenn ein Stoff in verschiedenen Sprachen/Literaturen bearbeitet wurde), so werden sie unter dem jeweiligen Abschnitt genannt. Die genauen Anteile eines einzelnen Verfassers an einem solchen Abschnitt können nicht immer gesondert ausgewiesen werden.

Jeder Abschnitt schließt in der Regel mit eigenen Literaturangaben; die Auswahlprinzipien entsprechen denen der anderen Artikeltypen, doch sind Ausgaben, Übersetzungen und Sekundärtitel gelegentlich nach Sprachen geordnet.